Wo ich sei fragt sie, und ich zögere nicht mit der ehrlichen Antwort. Auch wenn ich nicht auf die Klingel hörte, so würde es sich dennoch lohnen auf zu zu machen, verspricht sie.
In Jeans, barfuß und ohne Shirt schlappe ich zum Gegensprechanlage und drücke auf den Summer. Es klackt, es rumst, ich höre ein Stöckeln auf der Treppe.
Sie drückt mich zur Seite, als sie -ein klein wenig überschminkt- durch die Wohnungstür wirbelt. Ich habe nur noch rote Lippen im Kopf, als sie immer schneller spricht. "...und darum gehen wir heute aus", sagt sie und ich weiß, das ich einen Fehler machen würde, wenn ich nun nochmal nach dem Grund fragte.
"Diskutiere nicht mit reizend bekleideten Frauen, deren Gesicht sagt, dass sie heute Spaß haben möchten", hatte mir mein Vater -nicht- gesagt, aber verinnerlicht habe ich es dennoch. Daran halte ich mich. Ich wähle ein dunkles Hemd und Sneakers aus und verschwinde kurz im Bad, während sie an meiner Playlist rumfummelt. -Zu lahm, sagt sie und dass ich aus dem Quark kommen solle.
Beim Gehen möchte ich sie an mich ziehen, doch sie hält Abstand, stöckelt schnurstraks weiter und Richtung eines Klubs, den ich eigentlich nur von außen kenne. Mein Vorurteil hatte dem Türsteher die Arbeit bisher erfolgreich abgenommen. Heute kämpfen beide mit dem Anblick des Kleidsaums, der sich nur wenige Zentimeter unter Ihrem Po um ihre Beine spannt.
Ich habe noch "Alle sind da" von Blumentopf in den Ohren, als ich auf die Tanzfläche gezerrt werde. Sie lässt ihre Hüfte kreisen, und auch bei genauem Hinsehen finde ich dort keine Streifen, die auf einen Slip hindeuten könnten... Mit Kopfkino fange ich an zu tanzen.
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