Samstag, 14. Juli 2012

Freitag Abend

Als es an der Tür klingelt sitze ich gerade vor meinem Salat am Esstisch. Es ist kurz nach acht und ich habe in braver Bürgerlichkeit die Tagesschau laufen. So richtig Lust, die Tür zu öffnen habe ich nicht, weshalb wahrscheinlich kurz darauf auch mein Telefon klingelt.
Wo ich sei fragt sie, und ich zögere nicht mit der ehrlichen Antwort. Auch wenn ich nicht auf die Klingel hörte, so würde es sich dennoch lohnen auf zu zu machen, verspricht sie.
In Jeans, barfuß und ohne Shirt schlappe ich zum Gegensprechanlage und drücke auf den Summer. Es klackt, es rumst, ich höre ein Stöckeln auf der Treppe.
Sie drückt mich zur Seite, als sie -ein klein wenig überschminkt- durch die Wohnungstür wirbelt. Ich habe nur noch rote Lippen im Kopf, als sie immer schneller spricht. "...und darum gehen wir heute aus", sagt sie und ich weiß, das ich einen Fehler machen würde, wenn ich nun nochmal nach dem Grund fragte.
"Diskutiere nicht mit reizend bekleideten Frauen, deren Gesicht sagt, dass sie heute Spaß haben möchten", hatte mir mein Vater -nicht- gesagt, aber verinnerlicht habe ich es dennoch. Daran halte ich mich. Ich wähle ein dunkles Hemd und Sneakers aus und verschwinde kurz im Bad, während sie an meiner Playlist rumfummelt. -Zu lahm, sagt sie und dass ich aus dem Quark kommen solle.

Beim Gehen möchte ich sie an mich ziehen, doch sie hält Abstand, stöckelt schnurstraks weiter und Richtung eines Klubs, den ich eigentlich nur von außen kenne. Mein Vorurteil hatte dem Türsteher die Arbeit bisher erfolgreich abgenommen. Heute kämpfen beide mit dem Anblick des Kleidsaums, der sich nur wenige Zentimeter unter Ihrem Po um ihre Beine spannt.

Ich habe noch "Alle sind da" von Blumentopf in den Ohren, als ich auf die Tanzfläche gezerrt werde. Sie lässt ihre Hüfte kreisen, und auch bei genauem Hinsehen finde ich dort keine Streifen, die auf einen Slip hindeuten könnten... Mit Kopfkino fange ich an zu tanzen.

...

hymn of sexyness

Während ich mich über die Negligées in meiner Wohnung wundere und mich frage ob sie noch eine Singlewohnung ist, höre ich ja gerne so etwas:



Beim Lied-Ende habe ich dann zwar noch keine Antwort, aber einen Harten und das Telefon in der Hand, sowie die Worte "inkonsequenter Knecht" im Hinterkopf. Wurscht, denn schließlich macht es ja Spaß. Und für euch springt ggf eine Inspirationsquelle dabei heraus.

Mittwoch, 4. Juli 2012

plus minus Minus

Ich hatte es Ihr schonend erklärt: wir sind nicht kompatibel. Ich fand auch einen Hinweis, der es untermauerte und ich erklärte Ihr, dass sie zu angestrengt suche. Ich vertrat die Meinung, dass man einen passenden Was-auch-immer-und-noch-viel-mehr-Partner nicht findet: er fällt einem in den Schoß. Sie verstand nicht. Oder sie wollte es nicht verstehen. Sie antwortete, dass sie noch nie zuvor dreimal gekommen war und ich beteuerte, dass mir diese Tatsache leid tue. Mein Standpunkt ändere es aber nicht. Das tat später der Rotwein.

Am nächsten Morgen wachte ich neben ihr auf. Mit einem Anflug von Kater in Kopf und Muskeln. Und im Nacken ein schlechtes Gewissen. Sie küsste mich auf die Schulter und bat mir ihre anale Jungfräulichkeit an. Ich sagte Danke und dass ich ins Bad und dann zur Arbeit müsse.