Heute gibt es ein kraftvolles Gänsehaut Lied für postapokalyptische Liebhaber:
The very sexuals - Can you promise me the sky won't fall down on us
Samstag, 10. Dezember 2011
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Zimt sieht Sterne +1
So. jetzt gibt es endlich mal die erste Geschichte: da sie etwas lang geraten ist, teile ich sie auf... Der zweite Teil folgt dann in den nächsten Tagen.
Es riecht es nach Winter. Die Stille der klirrenden Kälte leugnet nicht, dass der erste Schnee überfällig ist. Warm eingepackt stehe ich in einer fremden Stadt auf dem Weihnachtsmarkt. Der Beutel gebrannte Mandeln in meiner Rechten wird allmählich ungeduldig und hat mir schon gedroht kalt zu werden. Links tickt die Uhr seit einiger Zeit langsamer. So ist das immer, wenn ich vergeblich warte. Die Menschenmenge schiebt sich durch die Gasse zwischen den Buden. Bin ich am richtigen Stand? Ich prüfe nochmal das Schild. Sie sagte hier gäbe es die Beste Feuerzangenbowle. Wahrscheinlich ist das Durchkommen bei der Menge Menschen nicht ganz einfach, beruhige ich mich.
Grade als ich beschlossen hatte mir doch schon mal einen Glühwein zu holen, um die Zeit zu überbrücken erkenne ich unter den glitzernden Sternen der Beleuchtung Ihr Strahlen. Gekonnt schlängelt sie sich durch die Leute und steuert auf mich zu. Geschmackvoll. Stiefel, dunkler Wintermantel, heller Schal und Ihr blondes Haar geben eine sehr ansprechende Kombination ab, noch besser als auf den Bildern, die ich bisher nur zu Gesicht bekommen hatte. Kein Blinddate, eher einäugig. Bei unzähligen Telefonaten hatten wir einander schon recht gut kennengelernt. Lange hatten wir und über wirklich alle möglichen verschiedene Aspekte unterhalten die das Leben ausmachen und durch Genuss verfeinern. Dennoch war ich kribbelig, als stünde jemand fremdes vor mir.
Vorsichtige Wangenküsse zur Begrüßung. Die Umarmung wirkt vertraut. Sie sagt, sie habe so lange für Zimtsterne angestanden und die Zeit übersehen und ich hätte etwas für's Warten gut. Ich muss lächeln. "Bei Zimtsternen kann man schon mal die Zeit verlieren", sage ich und merke mir das mit dem etwas-gut-haben. Meine gebrannten Mandeln sind jetzt kalt. Aber ihr Blick wärmt mindestens ebenso gut. Ich beschließe Ihm dennoch Unterstützung zu besorgen. An diesem Stand, hier in einer Seitenstraße zum Geschehen dauert es nicht lange, bis ich ihre Bowle und meinen Glühwein bekomme.
Wir wärmen uns mit Getränk, Gespräch, und Schmeicheleien und Andeutungen. In Gedanken gleiche ich ab: Sie ist in der Tat wie bei den Telefonaten, die zum Schluss immer anzüglicher wurden. Authentisch. Meine Hand fragt ihre Taille, ihre Augen antworten, ihr Mund bedankt sich für die Umarmung und ihre vollen Lippen berühren zum ersten Mal meine. So zart, dass ich es mir auf der Zunge zergehen lassen möchte: Ein Einstein-Kuss. Die Zeit wird relativ. Relativ egal. Auch hier scheinen Wir gleich zu ticken. Meine Zunge berührt ihre Lippen, Ihr Mund öffnet sich, Ich küsse energischer, Nehme ihren Kopf in beide Hände, sie zieht mich näher heran.
Beim folgenden Blick in die Augen sagt sie, ich raubte ihr den Verstand. "Ich dachte das ist ein Tauschhandel", antworte ich lächelnd und werde mit bestimmtem Blick direkter: "Wie weit weg wohnst Du?" Sie geht sofort auf meine offenkundige Aufforderung ein. "15 min U-Bahn plus zehn Minuten Fußweg. Wir könnten ein Taxi nehmen, das geht schneller. -Meine Mitbewohnerin ist übrigens nicht da."
Einen gefühlten Wimpernschlag später hält der Wagen vor einem Backsteinhaus. Der Fahrer dankt freundlich für das Trinkgeld, obwohl es nicht viel gewesen ist. Sie geht voraus um die Tür zu öffnen. Noch etwas trunken von den Küssen, die wir im Taxi tauschten, folge ihr den Eingang hinauf.
Als sie in Ihre Tasche nach dem Schlüssel greift, umgreife ich sie von hinten, fahre mit der linken Hand zwischen den Knöpfen Ihres Mantels hindurch. Ein leises Klimpern verrät mir, dass sie den Schlüssel schon gefunden, aber wieder losgelassen hatte. Ihr Haar duftet noch nach Weihnachtsmarkt, als ich sie seitlich auf den Hals küsse. Langsam streichle ich mit der Linken ihren Bauch der unter dem Mantel nur noch von weichem Stoff bedeckt wird. Sie legt den Kopf in den Nacken, was mir eine Einladung ist, ihren Hals zu greifen, ein wenig Grenzen zu testen, wie fest ich dies tun kann, während ich sie nah am Ohr leicht hauchend küsse. Grade als die Hand unter Ihrem Mantel weiter hinab rutschen will, geht nebenan ein Außenlicht an.
Ein Hund bellt freudig, sein Herrchen kommt mit der Leine hinterher aus dem Haus und unterbricht unser Spiel. „Dich sollte man auch besser an die Leine nehmen“, meint sie leise und nicht ganz ernst, als er den Terrier an die Leine nimmt. „Werd‘ mal nicht frech“, ermahne ich sie und greife langsam in die Jackentasche.
Freiwillig legt sie die Arme hinter ihren Rücken, als sie erkennt was ich dabei habe, und wartet ergeben. Kaum ist der Mann und sein Hund im Schattend der Bäume verschwunden, lasse ich mein Mitbringsel um ihre Handgelenke schnappen und nehme ihr den Schlüsselbund ab, welchen sie noch immer in ihrer Rechten hält. „Welcher Schlüssel?“ –„Der Eckige.“ „Welcher Stock?“ Sie nennt brav das Stockwerk und will übereifrig noch eine Erklärung ergänzen, welche Wohnung es auf dem Geschoss ist. Ich blicke Ihr fest in die Augen und halte ihr den Zeigefinger auf ihre vollen Lippen: „Ich fragte nur welches Stockwerk.“ Sie wiederholt leise die Zahl, bevor ich sie endlich vorsichtig durch die Haustür schiebe.
Auf den Treppen gehe ich versetzt hinter ihr, greife sie fest mit beiden Händen um ihr zum einen Halt zu geben und zum anderen spüren zu lassen dass sie ab jetzt geführt wird. Mit jedem Schritt, den wir auf den Treppen empor steigen, steigt auch die Spannung. Als wir das Stockwerk erreichen, sind dort drei Türen, ich frage nach der Richtung und bekomme als Antwort die Tür genannt. Natürlich hatte sie längst verstanden, dass sie ab jetzt nur knapp antworten sollte, doch ignoriert es abermals. Meine Lippen nah vor Ihren und den Blick fixiert, frage ich erneut. Statt mir eine Antwort zu geben, will ihr Mund mir einen Kuss abringen, ihr Kopf wandert fordernd nach vorne. Kurz weiche ich zurück, packe sie seitlich am Hals und drücke mit dem Daumen ihr Kinn nach oben und wiederhole flüsternd und in ernstem Tonfall meine Frage. Erst als ich eine Antwort bekomme Streiche ich ihr zart durch über die Wange. Auf weitere Küsse sollte sie dennoch erstmal warten.
In der Wohnung darf sie voran gehen, ich halte sie bei den Haaren, bis wir in ihrem Schlafzimmer angekommen sind. Während ich Ihr langsam den Schal abziehe und ihren Mantel aufknöpfe, locke ich sie wieder mit angedeuteten Küssen, genieße es, wie sie darauf eingeht und mit zitternden Lippen vergebens fordert. Sie hat einen wundervollen Mund, weibliche Lippen, leichte Grübchen daneben.
Unter dem Mantel trägt sie ein nicht allzu langes, schwarzes Kleid. Es passt optisch zu den Stiefeln und stellt ihre Vorzüge ins beste Licht. Der Mantel muss folglich weg, doch die Handschellen sind im Weg. Ich schlage ihr einen Deal vor: „Wenn Du still hältst, und Dich benimmst, während ich kurz Deine Handschellen aufmache, bekommst Du einen Kuss deiner Wahl. Wenn nicht, gibt es die flache Hand.“ Sie nickt bedächtig.
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